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    Dr. Lukas Fantur Rechtsanwalt in Wien


  • Rechtsanwalt Wien Dr. Lukas Fantur

    Rechtsanwalt in Wien mit Tätigkeitsgebieten GmbH-Recht und Gesellschafts- recht.


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    Faktischer Geschäftsführer | Haftung in der GmbH-Insolvenz

    von Dr. Lukas Fantur | 12. Mai 2009

    Faktischer Geschäftsführer – Definition

    Ein faktischer („De-facto-„) Geschäftsführer ist eine Person, die das Unternehmen tatsächlich leitet, ohne wirksam zum Geschäftsführer bestellt zu sein.

    Es handelt sich zwar häufig um den Mehrheitsgesellschafter, der die Geschäfte tatsächlich leite, sodass der formell bestellte Geschäftsführer „nichts mehr zu sagen hat“.

    Es sind  aber auch Nichtgesellschafter in der Stellung des faktischen Geschäftsführers beobachtbar.

    Faktischer Geschäftsführer – Haftung für Konkursverschleppung

    Ein „faktischer Geschäftsführer“ haftet für eine ihm vorwerfbare Konkursverschleppung.

    Ersatz des Quotenschadens gegenüber Altgläubigern

    Sogenannte „Altgläubiger„, also jene Konkursgläubiger, die ihre Konkursforderung vor dem maßgeblichen Zeitpunkt (60 Tage nach objektiv erkennbarem Insolvenzeintritt – vgl § 69 Abs 2 Konkursordnung) der Insolvenzverschleppung erworben haben, können den sogenannten „Quotenschaden“ geltend machen.

    Es handelt sich also um die Differenz zwischen der tatsächlichen Konkursquote und der hypothetischen Quote bei rechtzeitiger Konkurseröffnung.

    Geltendmachung des Quotenschadens durch Konkursgläubiger erst nach Konkursaufhebung

    Gemäß § 69 Abs 5 Konkursordnung (KO) idF des GIRÄG 2003 können Konkursgläubiger Schadenersatzansprüche wegen einer Verschlechterung der Konkursquote infolge einer Verletzung der Verpflichtung nach § 69 Abs 2 KO erst nach Rechtskraft der Aufhebung des Konkurses geltend machen können.

    Grob fahrlässige Gläubigerschädigung durch kridaträchtiges Handeln

    Auch im Fall der Verwirklichung des Tatbestands der grob fahrlässigen Gläubigerschädigung durch kridaträchtiges Handeln nach erkennbarem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit im Sinne des § 159 Abs 2 Strafgesetzbuch können Altgläubiger lediglich einen Quotenschadenersatzanspruch geltend machen.

    Die Bestimmung des  § 69 Abs 5 KO – Geltendmachung durch einen Konkursgläubiger erst nach Konkursaufhebung – ist in diesem Fall analog anzuwenden.

    Quelle: OGH 23.02.2009, 8Ob108/08b

    Über den Autor

    Ich bin Rechtsanwalt mit Tätigkeitsschwerpunkt GmbH-Recht in Wien.

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    Themen: Geschäftsführerhaftung, Insolvenz | 2 Kommentare »

    2 Kommentare zu “Faktischer Geschäftsführer | Haftung in der GmbH-Insolvenz”

    1. Dr. Lukas Fantur meint:
      23. Oktober 2009 um 09:52

      Fachliteratur: Dazu nun kurze Entscheidungsanmerkung von Jaufer in GeS 2009, 270

    2. Sarah meint:
      10. März 2010 um 15:50

      Sehr interessant dazu auch Ruhm/Toms in ecolex 2009, 682.

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